Wer braucht noch Bücher?

Polen lesen keine Bücher – laut Statistiken zumindest. Nichtlesenden Menschen sind jedoch schwer zu finden. Oder kennt Ihr viele?

4,7 Millionen Polen haben im Jahr 2015 keinen längeren Text gelesen – kann man im Rapport der polnischen Nationalbibliothek lesen. Für ein Land, dass nicht mal 40 Millionen Einwohner hat, eine enorme Zahl. Und es kommt noch besser. Nur 37 Prozent haben gerade mal ein einziges Buch im letzen Jahr  in der Hand gehabt. Erschreckend… Wenn man’s glaubt…

leseverhalten-in-polen

Glaubt Ihr an Statistiken? Ich nicht

Statistiken verzerren die Realität und sagen nichts über das wahre Leben aus. Oder was soll Eurer Meinung der Satz: „Eine Frau im gebärfähigen Alter brachte im Jahr 2014 statistisch gesehen 1,47 Kinder auf die Welt“ bedeuten? Habt Ihr schon etwas von einem 1,47-Kind gehört? Menschen haben kein Kind, ein, zwei oder auch zehn Kinder, aber doch kein 1,47- Kind.

Bei der Ausrechnung der Geburtenzahl ist es noch leicht, es gibt entsprechende Register. Bei der Zahl der lesenden Menschen ist es schwieriger. 40 Millionen Menschen wurden eher nicht persönlich befragt…

Polen und ihre Bücher

Es stimmt bestimmt, dass der traditioneller Büchermarkt in Polen sinkt, dass es immer weniger Verleger gibt und immer weniger Bücher gekauft werden. Ich zweifle nicht daran. Das Passiert mit „traditionellen“ Medien genauso und zwar auf der ganzen Welt.

Kleine Zeitungen oder Magazine werden geschlossen oder von den „Großen“ gekauft. Die Lesenden stürzen sich lieber aufs Internet, anstatt auf den Kiosk nebenbei. Im digitalem Zeitalter ganz normal.

Polen hat aber nicht aufgehört zu lesen! Zum Beispiel schreibt der E-Book-Markt „schwarze Zahlen“. Audiobooks werden auch immer mehr populär und in Bibliotheken, die wirklich die neusten und die am meisten begehrten Bücher pünktlich ausleihen, drängen sich die Menschen. Bücherliebende sehe ich überall: in Büchereien, Supermarkts, Büchermessen und nicht nur im meinen Bekanntenkreis.

Und ich? Ich kaufe auch immer weniger Bücher und verschlechtere die Statistiken. Ich kaufe mir  nur die wirklich Begehrten, ansonsten lohnt es sich nicht wirklich. Papierbücher kosten immer mehr und der Platz auf dem Regal wird auch nicht größer.

Aber ich bin immer noch eine Leseratte. Ich bin Mitglied bei 3 Bibliotheken, habe einen E-Book-Reader mit vielen Publikationen, Bekannte mit großen Hausbibliotheken und seit einigen Jahren habe ich auch „JA“ zu Audiobooks gesagt, obwohl ich es nie für möglich gehalten habe, dass ich mal Gefallen daran finde Bücher zu hören und sie nicht nur zu lesen.

Mit Statistiken macht man Geld

Statistiken sind manchmal sehr Interessant, aber sie dienen nicht (nur) dem purem Wissen. Dank entsprechenden Statistiken können z.B. Institutionen Fördergelder beantragen, um Ihr „Problem“ zu lösen. Ohne Probleme – keine Gelder.

Und noch ein Tipp für polnisch Sprechende, das Portal www.lubimyczytac.pl ist das polnische Äquivalent der englischsprachiger Seite www.goodreads.com

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Virtuelle Besichtigung der Stadtbibliothek in Opole – Link klicken

mbp-opole

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