Polen bereitet sich für den Allerheiligentag

Im Land herrscht Ausnahmezustand. Menschenmassen drängen sich bei Friedhöfen. Jeder möchte seinen verstorbenen Angehörigen eine Kerze anzünden und zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

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Am 1. November wird in Polen der katholische Feiertag Allerheiligen begangen. Schon Tage vorher herrscht auf polnischen Straßen Ausnahmezustand. In der Nähe von Friedhöfen stehen Menschen im Stau. Polizisten regeln den Verkehr. Chaos.

Allerheiligen ist ein wichtiger Tag im „katholischen Polen“. Es ist der Tag, an dem an die Toten gedacht wird und die Gräber besucht werden. Menschen pilgern quer durch Polen. Jung und alt. Von einem Friedhof zum nächsten.

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Auf die Gräber legen sie Blumen, Kerzen und Grablichter in allen Größen, Farben und Formen. So versichern sie den Verstorbenen, dass sie Ihn nicht vergessen haben. Man stellt auch Grablichter vor Denkmählern und den letzten Ruhestätten von Unbekannten, egal welchen Glaubens. An jeden, der einmal auf dieser Welt gelebt hat, wird an diesem Tag gedacht.

Magisch ist es dann am Abend. Wenn es dunkel ist, leuchtet der ganze Friedhof. Auch noch Tage Tage nach dem Allerheiligentag.

Zigeuner Gräber in Opole

Cimetière du Père Lachaise in Paris ist wahrscheinlich der bekannteste Friedhof auf der ganzen Welt. Wer einmal da war, kann es bestimmt verstehen – eine außergewöhnliche Begräbnisstelle. Polen hat dagegen den Powązki-Friedhof in Warschau, also die bekannteste Ruhestädte in Polen.

Jeder Friedhof ist aber etwas ganz besonderes. Hier ein paar Bilder des Friedhofs in Opole. Vor allem die Zigeuner Gräber sind ein wahres Kunstwerk.

Zigeuner Gräber in Opole

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P.S. „Katholisches Polen“. Warum in Anführungszeichen? Polen ist in Wirklichkeit nicht so katholisch, wie es sein möchte und auch dargestellt wird – dieses ist jedoch ein langes, schwieriges und ganz anderes Thema.

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4 Kommentare zu „Polen bereitet sich für den Allerheiligentag

  1. Hi Dorota,
    auch ich habe hier in Warschau einen Ausnahmezustand erlebt und das trotz Dauerregen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was gewesen wäre, wenn es trocken und warm wäre.
    „Gott sei Dank“ ist der Spuk vorbei. Die Anführungszeichen habe ich hier als Unterstützung für Deine obigen gesetzt, dennn mit dem Glauben in Polen ist es oftmals mehr Schein als sein. Aber ja, du hast Recht, dieses Thema ist nicht so einfach. Vielleicht eine gute Gelegenheit, um sich dieser Thematik zu widmen. Schließlich folgt ja bald die Adventszeit, also Besinnungszeit.

    Hier der Link zum Beitrag über meinen Friedhofsbesuch auf dem Warschauer Powazki-Friedhof.
    https://meinwarschau.com/2016/11/02/allerheiligen-warschau/

    Liebe Grüsse aus der polnischen Hauptstadt
    Antoni
    http://www.meinwarschau.com
    http://www.stadtfuehrer-warschau.com

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    1. Es ist schwär zu glauben, aber dieses Jahr war es nicht so schlimm, wie normalerweise. Das hing damit zusammen, dass viele am Montag nicht gearbeitet haben. Man hatte also Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag zeit, um die Friedhöfe zu besuchen. Nächstes Jahr ist Arllerheiligen am Mittwoch. Das wird noch heftiger, obwohl man es sich schwär vorstellen kann. Ich freu mich auf deinen Bericht über den Powazki-Friedhof. Ich mach mich jetzt auf zur deinem Blog. Liebe Grüße !

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