Eine Polin: Wir sind keine Faschisten!

In Deutschland wird Polen als faschistisch dargestellt – diesen Satz bekomme ich in der letzten Zeit öfters zu hören. Mit der Realität hat es aber wenig zu tun.

trump
Trump, Putin, Kaczyński – das Profil des Jahres 2017. Diese Zeiten muss man einfach abwarten. (Foto: Titelseite des polnischen Wochenmagazins „Tygodnik Powszechny“.

Politik – dieses Thema wollte ich eigentlich auf meinem Blog vermeiden.  Politik bedeutet letztendlich Streit. Anhänger der linken, wie auch auch der rechten Seite – man kann die einen nicht von den anderen überzeugen. Alle denken, dass sie Recht haben, dass ausgerechnet gerade sie das „geheime Wissen“ erworben haben und die anderen im Dunkeln tappen und an Lügen glauben.

Dabei  vergessen wir häufig, dass Politiker zu sein keine Berufung ist, sonder eine ganz normale Arbeit. Auch, wenn Politiker einen enormen Einfluss auf unser Leben haben, sind Politiker oder Politikerinnen keine Wohltäter, die um den Weltfrieden kämpfen, sonder Arbeitnehmer, die halt nicht vom Vorstand, sondern vom Volk gewählt werden. Und wenn man es sehr vereinfacht, worum geht’s in der Arbeitswelt? Natürlich ums Geld. Ich bin mir sicher, dass wir „Normalos“ nur einen Teil der Wahrheit erfahren. Korporationen, wie Google oder Amazon, teilen ihre Geheimnisse nicht mit der ganzen Welt. Wieso sollten das dann ausgerechnet Politiker tun?

Für die, die es noch nicht wissen (vielleicht gibt es solche Glückspilze, die wirklich nichts von Politik mitbekommen), seit dem Jahr 2016 ist in Polen die PiS-Partei an der Macht („an der Macht sein“ – der Ausdruck hat auch etwas an sich, oder?). PiS, also Prawo i Sprawiedliwość, deutsch: Recht und Gerechtigkeit, geführt von Jarosław Kaczyński, ist eine nationalkonservative Partei, die öfters im Widerspruch zur Europäischen Union steht. Richtig oder falsch? – damit befassen wir uns aber lieber nicht.

Und seit diesem Moment bekomme ist häufig zu hören, dass Polen nicht mehr als ein tolerantes und stabiles Land dargestellt wird, dass ohne größere Probleme durch die Weltwirtschaftskrise durchgegangen ist, sondern als gefährlich und faschistisch.

Leider kann ich den Inhalt von offiziellen Medienbeiträgen nicht mitgestalten. Skandale – und diese gibt’s überall auf der Welt – verkaufen sich besser, als gute Schlagzeilen. Schade darum, aber es ist halt so. Und es ist sehr einfach aus Ausnahmefällen ein richtig großes Problem zu machen. Glaubt ihr mir nicht?

Beispiel: In Krakau wurde am Montag einer 36-jährigen Berlinerin eine Handtasche gestohlen. Wenn man gut sucht (im Zeitalter der Internets auch ganz einfach), lassen sich da auch noch ein paar andere Beispiele aus vergangenen Jahren bestimmt finden. Und wie lautet dann die darauffolgende Schlagzeile am Dienstag? „In Polen werden Ausländer beklaut!.  Interessante Schlagzeile, oder? Aber keine Angst, der Berlinerin geht’s gut. Alles nur erfunden :)

Glaubt nicht alles, was es im Fernsehen gibt

Schaut Euch USA an. Dieses Land schreibt schon und wird in den nächsten Zeiten auch bestimmt immer wieder „interessante“ Schlagzeilen schreiben.  Der Unterschied zu Polen? In den USA wird nur der Präsident negativ dargestellt und nicht die Amerikaner. Dieser Präsident wurde aber auch gewählt…  Ein Land gestallten normale Menschen und nicht seine Politiker. Oder denkt Ihr jetzt, dass Amerikaner zu Faschisten und Rassisten wurden?!

Ich hoffe, dass solche Seiten wie meine, die das wahre Polen darstellen, dazu beitragen, dass Polen als das Land angesehen wird, welches es auch wirklich ist. Ein sicheres und wunderschönes Land mit netten, freundlichen, hilfsbereiten und toleranten Menschen.

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4 Kommentare zu „Eine Polin: Wir sind keine Faschisten!

  1. Wirklich netter Beitrag!
    Der Begriff ‚Faschist‘ ist ein verbreiteter und missbrauchter Kampfbegriff, von dem kaum jemand weiß, dass er ‚Wir sind das überlegene Volk/die überlegene Rasse‘ meint.
    Polen macht eine Phase radikaler und nationalistischer Politik durch, es gibt einigermaßen viele Nationalisten, sicher einige wenige Faschisten.
    Was in Polen und Europa passiert, ist der Angriff auf die Demokratie.
    Ich habe noch lange nicht die Hoffnung verloren, dass Polen sich treu bleibt und sich keiner Diktatur beugt, auch nicht der PiS.
    Sich kennenlernen, in Kontakt bleiben und wie in Deinem Blog Stellung beziehen, das ist der Weg der Verständigung. Wir schaffen dieses Jahr wieder einen Schüleraustausch mit Polska, jest bardzo dobrze ;)!

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  2. die allermeisten Polen, die ich kenne, sind sogar gegen ihre Partei, sie Faschisten zu nennen, ist also faktisch falsch. Denn in jedem Land gibt es solche und solche, aber wenn man von Polen als Land redet, so hat es eine radikale Regierung, die viele Gesetze verabschiedet/ verabschieden will, die einem Großteil des Volkes nicht passen. In Punkto Tolerant kommt es bei den lieben Polen allerdings sehr auf das Thema an, ob diese gestattet wird oder nicht. Im Gegensatz zu Deutschland erlebe ich hier in Polen aber oft, dass ich mit Menschen, die sogar eine gegensätzliche Meinung zu meiner haben, diskutieren und sich austauschen kann. In Deutschland ist das eher schwierig.

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    1. Toleranz ist auch ein sehr wichtiges Thema. Vor allem in den heutigen Zeiten wird wirklich – nicht nur in Polen – ein großer Wert gelegt.
      Aber auch in Deutschland kann man mit Menschen uber schwirige Themen diskutieren. Man mit seinem Land einach nur kritischer, als anderen gegenuber. Es ist wirklich nicht so schlimm.

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