Polen: Langes Mai-Wochenende mit Schnee?

Endlich ist es so weit, das lange Mai-Wochenende steht an!  Für die Meisten der offizielle Frühlings- und Grillsaisonbeginn, nur das Wetter spielt nicht mit…

 Sommerreifen montiert, Fahrräder für die Saison fertig gemacht, Grills stehen geputzt und schwere Winterkleidung wurde endlich in die schwärzeste Ecke des Schanks verstaut – das lange Mai-Wochenende fängt endlich an. Alle warten nur auf den Freitagnachmittag, dann geht es los!

Dieser Jahr ist der Kalender aber auch wirklich gnädig mit uns gewesen. Wer es gut eingeplant hat, kann dieses Mai-Wochenende über eine Wochenlang genießen und auskosten!

Traumhaft!? Klar, wenn das Wetter nicht seit Tagen verrücktspielen würde. Die Vorfreude wurde vom heutigen Schneefall bestimmt ein bisschen gestoppt. Opole war mal wieder total weiß! Ohne Vorwarnung! Sieht es euch am besten selbst an.

Winterbedinungen am 28. April 2017

 

 

Und es sah schon so gut dieses Jahr an! Am 1. April konnte man im T-Shirt Fahrradfahren!

Und wie sehen die Wettervoraussetzungen für die kommenden Tage aus?

Sie ändern sich jeden Tag :) Aber es scheint besser zu werden! Die Hoffnung stirbt immer zuletzt!

Sind Polen schlechte Autofahrer?

Quatsch! Wieso denn? In Polen wird nur ein bisschen energiescher gefahren.

„In Polen fährt ihr schnell“ oder sogar „Polen sind aber aggressive Autofahrer“ – bekomm ich öfters von bekannten Deutschen zu hören und wundere mich trotzdem immer wieder. Hallo, ihr Lieben! Seid ihr nicht das Land mit dem NO SPEED LIMIT auf den Autobahnen? Beneidet nicht Euch die ganze Welt für eure tollen Straßen, die Ihr ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auskosten könnt? Interessant, interessant…

Aber im Ernst. Ich kann Eure Verwunderung verstehen und nachvollziehen. Es geht nicht um die Geschwindigkeit auf den polnischen Autobahnen (maximal 140 km/h), sondern um das Autofahren an sich. In Polen hat man einen anderen Fahrstil, was man auf den Autobahnen eher nicht zu sehen bekommt. Auch nicht verwunderlich, in Polen haben wir auch sehr wenig von Ihnen. 4 – genau gesagt (WOW, nicht wahr?). Den „besonderen“ polnischen Fahrstill bekommt man eher in den Städten und anderen Straßen zu spüren.

Und was macht den polnischen Fahrstill genau aus?

Wenigstens immer 10 km pro Stunde schneller, als das Verkehrsschild vorschreibt, schön nah am vorfahrenden Auto fahren, drängen und überholen, wenn sich auch nur die kleinste Lücke ergibt – das sind wohl die häufigsten Sünden der polnischen Autofahrer. Aber nicht alle fahren so – muss ich hier dringend bemerken!

Den polnischen Fahrstill würde ich aber nicht als aggressiv beschreiben – energisch ist eher das passende Wort. Ihr müsst es aber auch ein wenig verstehen. Als Autofahrer hat man es in Polen nicht leicht: fast keine Autobanen, dafür meist einspurige Schnellstraßen, die ihr als Landstraßen bezeichnen würdet, auf denen man nur begrenzt Lkws oder langsam fahrende Autos überholen kann und überführte Staatsstraßen, ohne Möglichkeit sie zu umreisen. Wenn man Pech hat, kann man auf einer kurvenreichen Straße 50 km lang hinter einem Lastwagen mit 60 km/h fahren und sich schwarz ärgern, dass man ans Ziel mit einer satten Verspätung ankommt. Ich kenne nur wenige, die so eine Situation mit einem Lächeln auf dem Gesicht meistern. Oder wie würdet Ihr reagieren?

In Polen gibt Raser, keine Frage! Sie gehören aber der Minderheit an, auch wenn man sich doch eher an sie längere Zeit erinnert. Die meisten Polen sind gute Autofahrer, wirklich!

Jedes Land hat seine eigenen Sitten, den Fahrstill betrifft es eben auch. Schaut mal nach Westen, Frankreich ist unser Ziel. Ich kann mich noch an mein Staunen in Paris erinnern. Auto an Auto geparkt. Front an Front. Fast kein Platz dazwischen. „Wie ist das möglich?“ – habe ich mir paar Tage den Kopf zerbrochen. Dann kam die Erlösung. Ich konnte es im ersten Augenblick fast nicht glauben. Wie kommt man aus so einem Parkplatz raus? Man verschiebt die anderen Autos und zwar mit seinem eigenen Auto! Mal das Auto vorne anstoßen, dann das Auto hinten. Ein bisschen Zeit und man ist raus! Kein Wunder, dass dort fast alle Autos Beulen hatten.

In Vergleich dazu sieht Polen doch nicht so schlecht aus!

Einkaufen: am Sonntag ab nach Polen

Sonntag gleich Ruhetag? Nicht in Polen. Einkaufen ist angesagt.

Opole. Sonntag. 10.00 Uhr. Vor Karolinka, also dem größten Einkaufszentrum in der Stadt, tummeln sich Menschen herum. Bei Regen und Sonne, bei Schnee und Minusgraden – das Wetter spielt keine Rolle. Grund: Einkaufsbummel. Na klar.

Ja, ja… Wer noch nicht in Polen gewesen ist und sich an die deutsche Realität gewöhnt hat, wird es vielleicht im ersten Augenblick gar nicht glauben, aber es ist wahr.

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7 Tage die Woche, von Montag bis Sonntag, sind in Polen die Geschäfte geöffnet.

Klar, nicht alle und auch nicht so lange, wie an Werktagen oder an einem Samstag, aber an Sonntagen geöffnet haben fast alle.

Vergessen Lebensmittel einzukaufen? Ab nach Lidl oder Biedronka. Neue Hose gebraucht? H&M oder Zara lassen grüßen.

Geldausgeben kann man aber nicht nur bei den „Größen“. Die meisten Tante-Emma-Laden haben auch auf. Die Konkurrenz schläft doch nicht.

Ok, ich gebe es zu. Ich habe auch schon (aus Zeitmangen in der Woche) den einen oder anderen Sonntag beim Einkaufen verbracht. Ich hasse es trotzen. Sonntage sind zum Entspannen da, nicht um bei Lidl an der Kasse zu warten oder neue Schuhe zu suchen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Einkaufen. Welche Frau tut es nicht gerne? :) Ich finde aber die Sonntage sind zum Relaxen da. Es ist viel angenehmer den Tag im Freien zu verbringen. Kraft bei Sport zu tanken ober gemütlich auf der Couch zu sitzen und einen interessanten Krimi zu lesen. Oder was findet Ihr, liebe Freunde aus Deutschland? Was haltet ihr von Einkaufen am Sonntag?

Vielleicht ist mein Text bald veraltet. Seit Jahren versuchen verschiedene Regierungen einen Handelsverbot am Sonntag in Polen zu erstellen. Bis heute hat es nicht geklappt. Aber wer weiß, wie es in ein paar Monaten aussieht. Die Welt verändert sich schnell.

Ob ich für einen Handelsverbot am Sonntag bin? Eigentlich nicht. Wir leben in einer freien Gesellschaft. Wird uns zumindest immer erzählt. Jeder sollte für sich entscheiden können, wie er seinen Sonntag verbringen will. Geöffnete Einkaufzentren schaden doch keinen. Die Regierung muss doch nicht in alle Lebenslagen eingreifen. In den USA, also dem Muster eines freien Landes, kaufen die Menschen an jedem Tag der Woche ein und keiner zerbricht sich darüber seinen Kopf.

Arme Verkäufer – werden jetzt manche sagen

Stimmt. Es ist bestimmt nicht leicht, wenn man an einen Sonntag zur Arbeit gehen muss, wenn andere einen entspannten Tag verbringen. Arbeit am Sonntag betrifft aber nicht nur die Handelsbranche. Viele Produktionsfirmen machen am Sonntag nicht zu. Ins Restaurant gehen oder Tanken wollt ihr bestimmt am Sonntag auch? Krankenschwestern und Ärzte dabei nicht vergessen! Die arbeiten sowieso Tag und Nacht! Da sieht die Handelsbranche im Vergleich gleich nicht so schlecht aus.

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Im Handel – in Polen zumindest – arbeiten auch öfters (oder sogar am meisten?) Studenten, welche sich auch Ihren Unterhalt verdienen wollen. Und sie freuen sich, dass sie einen Tag extra zum Geldverdienen haben. Habe ich auch.

Haben die Geschäfte in Polen nie zu?

Doch! An Feiertagen, wie z.B. an Ostern, dem 1. Mai oder an den Weihnachtstagen kann man in Polen auch nicht Einkaufen gehen. Laut Gesetz ist die Arbeit in allen Handelsbetrieben an diesen Tagen verboten, was nur nicht auf Apotheken und Tankstellen zu trifft.

Handel an Feiertagen in Polen ganz verboten? Nichts ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Handelsverbot hat auch seine Ausnahmen. An der Kasse können u.a. Eigentümer von Einzelunternehmen, Personen mit Zivilvertrag oder Franchisenehmer stehen. Eine neue House kann also schwer zu finden sein, aber eine Cola kaufen kann man bestimmt.

Upgrade!

Stau am Palmsonntag vor Karolinka. Wie man sehen kann, war am letzten Sonntag vor Ostern die Einfahrt in das „berühmte“ Einkaufszentrum in Opole total voll. Warten war angesagt.

Eine Polin: Wir sind keine Faschisten!

In Deutschland wird Polen als faschistisch dargestellt – diesen Satz bekomme ich in der letzten Zeit öfters zu hören. Mit der Realität hat es aber wenig zu tun.

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Trump, Putin, Kaczyński – das Profil des Jahres 2017. Diese Zeiten muss man einfach abwarten. (Foto: Titelseite des polnischen Wochenmagazins „Tygodnik Powszechny“.

Politik – dieses Thema wollte ich eigentlich auf meinem Blog vermeiden.  Politik bedeutet letztendlich Streit. Anhänger der linken, wie auch auch der rechten Seite – man kann die einen nicht von den anderen überzeugen. Alle denken, dass sie Recht haben, dass ausgerechnet gerade sie das „geheime Wissen“ erworben haben und die anderen im Dunkeln tappen und an Lügen glauben.

Dabei  vergessen wir häufig, dass Politiker zu sein keine Berufung ist, sonder eine ganz normale Arbeit. Auch, wenn Politiker einen enormen Einfluss auf unser Leben haben, sind Politiker oder Politikerinnen keine Wohltäter, die um den Weltfrieden kämpfen, sonder Arbeitnehmer, die halt nicht vom Vorstand, sondern vom Volk gewählt werden. Und wenn man es sehr vereinfacht, worum geht’s in der Arbeitswelt? Natürlich ums Geld. Ich bin mir sicher, dass wir „Normalos“ nur einen Teil der Wahrheit erfahren. Korporationen, wie Google oder Amazon, teilen ihre Geheimnisse nicht mit der ganzen Welt. Wieso sollten das dann ausgerechnet Politiker tun?

Für die, die es noch nicht wissen (vielleicht gibt es solche Glückspilze, die wirklich nichts von Politik mitbekommen), seit dem Jahr 2016 ist in Polen die PiS-Partei an der Macht („an der Macht sein“ – der Ausdruck hat auch etwas an sich, oder?). PiS, also Prawo i Sprawiedliwość, deutsch: Recht und Gerechtigkeit, geführt von Jarosław Kaczyński, ist eine nationalkonservative Partei, die öfters im Widerspruch zur Europäischen Union steht. Richtig oder falsch? – damit befassen wir uns aber lieber nicht.

Und seit diesem Moment bekomme ist häufig zu hören, dass Polen nicht mehr als ein tolerantes und stabiles Land dargestellt wird, dass ohne größere Probleme durch die Weltwirtschaftskrise durchgegangen ist, sondern als gefährlich und faschistisch.

Leider kann ich den Inhalt von offiziellen Medienbeiträgen nicht mitgestalten. Skandale – und diese gibt’s überall auf der Welt – verkaufen sich besser, als gute Schlagzeilen. Schade darum, aber es ist halt so. Und es ist sehr einfach aus Ausnahmefällen ein richtig großes Problem zu machen. Glaubt ihr mir nicht?

Beispiel: In Krakau wurde am Montag einer 36-jährigen Berlinerin eine Handtasche gestohlen. Wenn man gut sucht (im Zeitalter der Internets auch ganz einfach), lassen sich da auch noch ein paar andere Beispiele aus vergangenen Jahren bestimmt finden. Und wie lautet dann die darauffolgende Schlagzeile am Dienstag? „In Polen werden Ausländer beklaut!.  Interessante Schlagzeile, oder? Aber keine Angst, der Berlinerin geht’s gut. Alles nur erfunden :)

Glaubt nicht alles, was es im Fernsehen gibt

Schaut Euch USA an. Dieses Land schreibt schon und wird in den nächsten Zeiten auch bestimmt immer wieder „interessante“ Schlagzeilen schreiben.  Der Unterschied zu Polen? In den USA wird nur der Präsident negativ dargestellt und nicht die Amerikaner. Dieser Präsident wurde aber auch gewählt…  Ein Land gestallten normale Menschen und nicht seine Politiker. Oder denkt Ihr jetzt, dass Amerikaner zu Faschisten und Rassisten wurden?!

Ich hoffe, dass solche Seiten wie meine, die das wahre Polen darstellen, dazu beitragen, dass Polen als das Land angesehen wird, welches es auch wirklich ist. Ein sicheres und wunderschönes Land mit netten, freundlichen, hilfsbereiten und toleranten Menschen.

Winterurlaub in Polen richtig planen

Und wieso man in Polen im Winter nur bedingt bei Zara, H&M und Co. einkaufen kann?

Ok, ok… Die Winter der letzten Jahre haben uns in Polen sehr verwöhnt. Leichte Minusgrade, kaum Schnee, auch in den Bergen, nicht überall zu finden. Skifahrer waren verzweifelt. Nicht mal Kunstschnee war für die hohen Temperaturen geeignet. Aber für Menschen, die eher wärmere Temperaturen bevorzugen, waren die Wintermonate gar nicht mal nicht so schlimm. Ratet mal, zu welcher Kategorie ich gehöre? :)

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Klar, ich bin auch ein Fan von Winter und Schnee, aber meiner Meinung nach kann für Schnee und Wetterbedingungen sich ruhig paar Tage frei nehmen und in die Berge fahren. Von meiner Heimatstadt Opole braucht man nur eine Stunde mit dem Auto, bis man in den Bergen ist. Ich muss Schnee also nicht bei vor dem Haus haben, obwohl zu Weihnachten… Da sieht es doch anders aus! Oder was findet Ihr?

Weiße Weihnachten  sehen magisch aus!

Weihnachten ist eine besondere Zeit im Jahr. Man hat frei, muss sich nirgends beeilen und denkt die ganze Zeit nur an die Familie, das Weihnachtsessen und die Bescherung. „Der Schnee hat auch seine Schattenseiten? Quatsch, alles ist magisch und wunderschön!“ – denkt man in dieser Zeit.

Normalerweise hat man mit dem Winter in Polen auch ein bisschen zu kämpfen. Winter und Schnee klauen kostbare Zeit. Jeden Tag früher aus dem Haus gehen, um das Auto vom in der Nacht gefallenen Schnee zu befreien. Glücklich schätzen können sich zwar Menschen, die eine Garage haben, aber auch diese kommen nur selten um die Schneeräumung  davon. Die Einfahrt ist auch voll davon.

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So sieht auch der Winter 2017 in Polen aus. Wenn Ihr also in den Winterferien einen Ausflug nach Polen plant, und zwar gilt es nicht nur für die Berge, musst Ihr undbedingt an zwei wichtige Sachen denken:

1) In Polen fällt öfters mehr Schnee, als in Deutschland – Rutschgefahr also auch auf den Straßen angesagt. Wenn Ihr eine Autofahrt plant und pünktlich am Punkt „B“ ankommen wollt, fährt besser früher los. Auch wenn die Hauptstraßen „schwarz“ sind, kann es – auch wenn nur lokal – sehr glatt sein.

Besser nicht rasen! Langsam fahren ist angesagt, denn es kann gefährlich werden! Manchmal kommt man wirklich schneller ans Ziel, wenn man langsamer fährt und spart sich dabei die Reparaturkosten.

2) Warme Winterkleidung mitbringen! Sehr wichtig: wenn es kalt ist, steht die Mode an zweiter Stelle. Nicht lachen, ist wirklich so!

Bei Wind und -16 Grad im Freien? Man kann sich – brutal formuliert – den Arsch abfrieren! Winterjacken ohne Knöpfe und Reißverschlüsse, die diese Saison in den populären Modeketten zu kaufen gibt, sehen wirklich toll aus und sind für warme Winter in Westdeutschland ganz in Ordnung, aber für den echten Winter in Polen eignen sie sich nicht.

Besser eine wirklich dicke Winterjacke mitnehmen, auch wenn man in ihr total dick aussieht. Hohe, warme Stiefel braucht man auch unbedingt. Und ich meine wirklich warm, sie sollen nicht nur so aussehen. Und nicht vergessen: Mützen, Schals und Handschuhe sind auch ein MUSS. Ohne die kann es ziemlich kalt und unangenehm werden.

Ich weiß, ich weiß… Ziemlich viel an richtig dicker Winterkleidung… Wenn man alles anzieht, sieht man um die 10 Kilo dicker aus, als es man im realen Leben ist… Spätestens wenn Ihr draußen seid, werdet Ihr mir aber danken.

Viel Spaß im Winter in Polen!

Liebt Ihr den EDEKA-Opa? Hier kommt seine Konkurrenz aus Polen!

Ein Weihnachtsfilm aus Polen macht im Internet Furore.

 Weihnachten ist die beste Zeit im Jahr – denke ich zumindest. Ich liebe alles: Weihnachtsmärkte, geschmückte Straßen und Häuser, den Duft von frisch gebackenen Plätzchen, den Klang von Weihnachtsliedern und natürlich die Weihnachtstage, welche man in Ruhe und Geborgenheit mit seinen Liebsten verbringt.

allegro* Bildausschnitt aus dem Allegro-Film

Harmonie, Glück, Mitgefühl, der Wunsch anderen zu helfen – damit verbinde ich die Vorweihnachtszeit. So wie mir, geht’s den meisten auf der Welt. Vor Weihnachten werden Emotionen geweckt. Man denkt an seine Mitmenschen.

An Weihnachten „öffnen sich allen die Herzen“. Das weiß auch die Werbebranche. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit locken uns Firmen mit – manchmal wirklich meisterhaften – Werbeklips an. Wer kennt denn heutzutage den EDEKA-Opa nicht, der vor einem Jahr unsere Herzen gerührt hat?

Dieses Jahr kommt – nicht nur meiner Meinung nach – der beste Weihnachtsfilm aus Polen, welchen die Agentur Bardzo für das Internetportal Allegro, also den polnischen Ebay gemacht hat. Es ist eine witzige und rührende Geschichte über einen Großvater, der über die Auktionsplattform einen Englisch-Sprachlernkurs gekauft hat und seit diesem Zeitpunkt nun überall Englisch lernt. Und der Grund für? Das müsst Ihr selber sehen! Herzergreifend – kann ich dazu nur sagen.

Polen mitten in der Vorweihnachtszeit

In Polen beginnt das Weihnachtsfieber ein bisschen später, als in Westeuropa. Ansonsten gibt es kaum Unterschiede.

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Die Vorweihnachtszeit ist schon etwas besonderes. Überall werden Weihnachtslieder gespielt, die Häuser werden geschmückt, die Welt verändert sich in ein buntes Paradies  und alle bereiten sich schon auf Weihnachten vor. Die Herbstdepression kann man endlich vergessen.

Die Vorweihnachtszeit in Polen ähnelt sehr der Vorweihnachtszeit in Deutschland. Kein Wunder. Wir leben Global. Langsam sieht vieles auf dem ganzen Planeten gleich aus: Geburtstagsfeiern, Ostern, Valentinstage oder Halloween. Ob man damit einverstanden ist, oder auch nicht.

Wieso fängt in Polen die Vorweihnachtszeit aber ein wenig später an? Grund ist der Allerheiligentag am 1. November (hier gibts meine Beitrag dazu: Polen bereitet sich für den Allerheiligentag). Vor dem christlichen Fest  denken alle an ihre Verstorbenen und pilgern von einem Friedhof zum anderen. Da gibt es keine Zeit fürs Weihnachtsfieber. In den Geschäften kann man Blumen, Kerzen und Grablichter kaufen und keine Adventskalender, Nikoläuse oder Weihnachtsbäume.

Weihnachten bekommt man in Polen erst im November zu spüren, dann aber auch richtig. Genauso, wie in Deutschland, fängt alles in den Geschäften an, die die Klienten zu festlichen Einkäufen anregen wollen. Selbstverständlich. Mit der Zeit kann man Weihnachten überallspüren.

Ende November, Anfang Dezember fangen auch die Weihnachtsmärkte in Polen an. Wir haben hierbei vielleicht nicht so eine lange Tradition, wie in Deutschland, aber mittlerweile müssen wir uns nicht schämen. Den besten und größten Weihnachtsmarkt gibt es bei uns in Wrocław, der grade angefangen hat:

In Polen werden natürlich auch die Häuser geschmückt. Von innen und von außen. Wann das aber anfängt, ist eine individuelle Angelegenheit. Manche schmücken alles schon Ende November, andere erst eine Woche oder paar Tage vor dem Heiligenabend. Bei mir fängt alles am 1. Adventssontag an. Da zünde ich die erste Kerze am Adventskranz an, denn mir meine Mama vorher selbst macht. Alles andere kommt erst später und der Weihnachtsbaum, als Highlight, zu letzt.

Ach… ich freu mich jedes Jahr schon so sehr auf Weihnachten.

P.S. Wenn es um den Weihnachtsmarkt  in Breslau geht, könnt ihr auf dieser Seite mehr erfahren : http://www.jarmarkbozonarodzeniowy.com/. Und klar, es gibt auch eine deutsche und eine englische Version.

Polen bereitet sich für den Allerheiligentag

Im Land herrscht Ausnahmezustand. Menschenmassen drängen sich bei Friedhöfen. Jeder möchte seinen verstorbenen Angehörigen eine Kerze anzünden und zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

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Am 1. November wird in Polen der katholische Feiertag Allerheiligen begangen. Schon Tage vorher herrscht auf polnischen Straßen Ausnahmezustand. In der Nähe von Friedhöfen stehen Menschen im Stau. Polizisten regeln den Verkehr. Chaos.

Allerheiligen ist ein wichtiger Tag im „katholischen Polen“. Es ist der Tag, an dem an die Toten gedacht wird und die Gräber besucht werden. Menschen pilgern quer durch Polen. Jung und alt. Von einem Friedhof zum nächsten.

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Auf die Gräber legen sie Blumen, Kerzen und Grablichter in allen Größen, Farben und Formen. So versichern sie den Verstorbenen, dass sie Ihn nicht vergessen haben. Man stellt auch Grablichter vor Denkmählern und den letzten Ruhestätten von Unbekannten, egal welchen Glaubens. An jeden, der einmal auf dieser Welt gelebt hat, wird an diesem Tag gedacht.

Magisch ist es dann am Abend. Wenn es dunkel ist, leuchtet der ganze Friedhof. Auch noch Tage Tage nach dem Allerheiligentag.

Zigeuner Gräber in Opole

Cimetière du Père Lachaise in Paris ist wahrscheinlich der bekannteste Friedhof auf der ganzen Welt. Wer einmal da war, kann es bestimmt verstehen – eine außergewöhnliche Begräbnisstelle. Polen hat dagegen den Powązki-Friedhof in Warschau, also die bekannteste Ruhestädte in Polen.

Jeder Friedhof ist aber etwas ganz besonderes. Hier ein paar Bilder des Friedhofs in Opole. Vor allem die Zigeuner Gräber sind ein wahres Kunstwerk.

Zigeuner Gräber in Opole

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P.S. „Katholisches Polen“. Warum in Anführungszeichen? Polen ist in Wirklichkeit nicht so katholisch, wie es sein möchte und auch dargestellt wird – dieses ist jedoch ein langes, schwieriges und ganz anderes Thema.

Im Herbst nach Polen. Wieso nicht?

Der goldene polnische Herbst hat dieses Jahr ein bisschen auf sich warten lassen, aber ist endlich da! In voller Blüte!

Den Herbst in Polen muss man einmal gesehen haben. Vor allem auf dem Land kann es magisch werden. Bunte Bäume, goldene Sonne… Zum verlieben! Wie in Kanada, nur viel näher.

Hier aber ein kleiner Tipp. In Polen kann es im Herbst auch sehr kalt werden. Minusgrade sind oftmals nicht nur eine Ausnahme. Wendejacken, Stiefel oder Boots, Mützen und Handschuhe sind ein Muss. Wenn es wärmer wird, vor allem wenn die Sonne schein, kann man sie später ausziehen, aber besser vorher gut vorbereitet sein. Eine Erkältung braucht keiner.

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Lust auf mehr? Ich hoffe! Vielleicht sehen wir uns noch im Herbst 2016 in Polen.

Und wie sieht der Herbst bei euch aus?

Ab jetzt fahre ich nie ohne Fahrradhelm!

Fahrradhelme sind in Polen keine Pflicht, aber trotzdem sieht man viele Menschen mit dieser Kopfbedeckung. Nach meinem zweiten Fahrradunfall in der Stadt fahr‘ ich auch nie wieder ohne.

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Keine Angst. Mir ist nichts passiert. Das zweite Mal bin ich mit einem Schrecken davon gekommen. Es sah aber ganz gefährlich aus. Ein Salto war auch mit dabei…

Wie ist es zum Unfall gekommen? Halt so, wie es zum jedem Unfall kommt. Ohne Vorwarnung.

Ich habe mich zur Arbeit beeilt. Ihr kennt es bestimmt: anfangs konnte ich mein Handy nicht finden, dann meinen Schlüssel… und die Zeit ran dabei wie verrückt. Ich war schon ein bisschen spät losgefahren und da treffe ich noch meinen Opa auf meinem Arbeitsweg, da kann man nicht einfach vorbeifahren. Wir stehen paar Minuten, reden und die Zeit läuft und läuft…

Pech, ich konnte jetzt nicht mehr meinen üblichen Weg nehmen, dank dem ich der Menschenmasse entfliehen und in aller Ruhe fahren kann. Ein toller Weg, leider ein Umweg. Ich entschloss mich also für die Fahrt durch die Stadt. Ist viel kürzer, aber nicht gerade bequem und ein Vergnügen. Glücklicherweise waren an diesem Tag, wegen vorbeiziehenden Regenschauern, wenige Leute unterwegs und ich konnte ohne weitere Probleme fahren. Das dachte ich zumindest.

Ich bin grad zur Stelle gekommen, wo mitten auf dem Weg ein breiter, großer Baum steht. Tja, der Baum  war früher da, man hat also um ihn herum links (oder auch rechts – kommt darauf an, wie man es sieht) gebaut. Ich bin schon neben dem Baum und auf einmal, aus dem Nichts, nur paar Zentimeter direkt gegenüber von mir kommt ein anderer Fahrradfahrer auf mich zu!

Es war zu spät für irgendein Ausweichmanöver… Ich hatte nur Zeit für eine einzige Reaktion: Bremsen!!! Es hat vielleicht den Aufschwung ein wenig vermindert, aber trotzdem sind wir frontal gegeneinander gefahren. Ich dachte: ich darf nur nicht umfallen! Beim Fallen verletzen wir uns nur gegenseitig!

Es hat mich die ganze Kraft gekostet, beim Zusammenstoß schlug mich das Fahrrad heftig gegen mein Bein – ich bekam momentan Tränen in die Augen und ein blauer Fleck war vorprogrammiert –  aber ich bin einigermaßen aufrecht geblieben. Ich sehe mich um und da sehe ich den anderen Fahrradfahrer genau im Moment, als er ein Vorwärtssalto macht. „Krankenwagen“ – war mein einziger Gedanke in diesem Augenblick.

Die Welt ist stehen geblieben…  Aber dann kam alles ganz anders, als es ausgesehen hat. Glücklicherweise fiel der Mann (um die 40, wenn Ihr mich fragt) aufs Feld nebenan und nicht auf das Pflaster. Er stand gleich lachend auf, versuchte sich seine Jacke sauber zu machen und sagte:  „Ich habe Sie nicht gesehen! Machen Sie sich keine Sorgen und fahren Sie einfach weiter. Mir ist nichts passiert“. Ich überzeugte mich noch selber, dass der Mann alleine gehen kann und dann bin ich weiter gefahren. Zur Arbeit kam ich an diesem Tag aber zu spät an…

Bis jetzt tut mir alles weh, aber nichts wirklich schlimmes ist passiert. Außer meiner Prellung, natürlich. Bei meinem letzten Fahrradunfall (zwei Jahre her oder so) sah ich viel „besser“ aus… Bin mit zerrissener Hose, zerschlagenen Knien und Ellbogen, blutend nach Hause gekommen… Das tat damals wirklich weh… Es kam damals zu einem sehr ähnlichen Geschehen, aber ich konnte mich nicht aufrecht halten.

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Denkt jetzt nicht, dass ich ein Raser auf den Straßen bin. Ich bin wirklich eine aufmerksame Radfahrerin, die auf andere Mitmenschen Acht gibt. Es waren halt Unfälle, ungewollte Ereignisse. Konnte jedem passieren…

Und genau deswegen, weil es jedem und zur jeder Zeit passieren kann, fahre ich ab jetzt überall mit meinem Fahrradhelm herum! Bis jetzt benutzte ich nur meinen Kopfschutz, wenn ich in den Bergen Rad gefahren bin, oder wenn ich einen längeren Ausflug gemacht habe. Aber das ändert sich seit JETZT! Unfälle passieren nicht nur bei „besonderen Gelegenheiten“, sondern im Tagesleben. Fahrradfahren in der Stadt ist genauso gefährlich oder gefährlicher, als in anderen Orten.

Fahrradhelme sind in Polen keine Pflicht, auch nicht für Kinder. Jeder kann für sich entscheiden. Ich bin keine Befürworterin vom Staat, der der Bevölkerung jede Lebenslage organisiert und bei jedem A&O Regeln und Pflichten aufstellt. Also müssen meiner Meinung nach Fahrradhelme keine von der Regierung aufgezwungene Pflicht sein, aber über das Thema reden sollte man unbedingt.

Jeder sollte für sich selber entscheiden, ob er einen Kopfschutz benutzen will oder nicht. Aber damit es eine bewusste und durchgedachte Entscheidung werden kann, braucht jeder Mensch eine PRO- und KONTRALISTE.

Und was denkt Ihr darüber? Sollte Eurer Meinung dieses Thema vom Staat geregelt werden? Oder sollte jeder für sich selbst entscheiden können? Und was ist mit euch? Fährt Ihr eigentlich mit oder ohne Fahrradhelm?