Liebt Ihr den EDEKA-Opa? Hier kommt seine Konkurrenz aus Polen!

Ein Weihnachtsfilm aus Polen macht im Internet Furore.

 Weihnachten ist die beste Zeit im Jahr – denke ich zumindest. Ich liebe alles: Weihnachtsmärkte, geschmückte Straßen und Häuser, den Duft von frisch gebackenen Plätzchen, den Klang von Weihnachtsliedern und natürlich die Weihnachtstage, welche man in Ruhe und Geborgenheit mit seinen Liebsten verbringt.

allegro* Bildausschnitt aus dem Allegro-Film

Harmonie, Glück, Mitgefühl, der Wunsch anderen zu helfen – damit verbinde ich die Vorweihnachtszeit. So wie mir, geht’s den meisten auf der Welt. Vor Weihnachten werden Emotionen geweckt. Man denkt an seine Mitmenschen.

An Weihnachten „öffnen sich allen die Herzen“. Das weiß auch die Werbebranche. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit locken uns Firmen mit – manchmal wirklich meisterhaften – Werbeklips an. Wer kennt denn heutzutage den EDEKA-Opa nicht, der vor einem Jahr unsere Herzen gerührt hat?

Dieses Jahr kommt – nicht nur meiner Meinung nach – der beste Weihnachtsfilm aus Polen, welchen die Agentur Bardzo für das Internetportal Allegro, also den polnischen Ebay gemacht hat. Es ist eine witzige und rührende Geschichte über einen Großvater, der über die Auktionsplattform einen Englisch-Sprachlernkurs gekauft hat und seit diesem Zeitpunkt nun überall Englisch lernt. Und der Grund für? Das müsst Ihr selber sehen! Herzergreifend – kann ich dazu nur sagen.

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Polen bereitet sich für den Allerheiligentag

Im Land herrscht Ausnahmezustand. Menschenmassen drängen sich bei Friedhöfen. Jeder möchte seinen verstorbenen Angehörigen eine Kerze anzünden und zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

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Am 1. November wird in Polen der katholische Feiertag Allerheiligen begangen. Schon Tage vorher herrscht auf polnischen Straßen Ausnahmezustand. In der Nähe von Friedhöfen stehen Menschen im Stau. Polizisten regeln den Verkehr. Chaos.

Allerheiligen ist ein wichtiger Tag im „katholischen Polen“. Es ist der Tag, an dem an die Toten gedacht wird und die Gräber besucht werden. Menschen pilgern quer durch Polen. Jung und alt. Von einem Friedhof zum nächsten.

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Auf die Gräber legen sie Blumen, Kerzen und Grablichter in allen Größen, Farben und Formen. So versichern sie den Verstorbenen, dass sie Ihn nicht vergessen haben. Man stellt auch Grablichter vor Denkmählern und den letzten Ruhestätten von Unbekannten, egal welchen Glaubens. An jeden, der einmal auf dieser Welt gelebt hat, wird an diesem Tag gedacht.

Magisch ist es dann am Abend. Wenn es dunkel ist, leuchtet der ganze Friedhof. Auch noch Tage Tage nach dem Allerheiligentag.

Zigeuner Gräber in Opole

Cimetière du Père Lachaise in Paris ist wahrscheinlich der bekannteste Friedhof auf der ganzen Welt. Wer einmal da war, kann es bestimmt verstehen – eine außergewöhnliche Begräbnisstelle. Polen hat dagegen den Powązki-Friedhof in Warschau, also die bekannteste Ruhestädte in Polen.

Jeder Friedhof ist aber etwas ganz besonderes. Hier ein paar Bilder des Friedhofs in Opole. Vor allem die Zigeuner Gräber sind ein wahres Kunstwerk.

Zigeuner Gräber in Opole

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P.S. „Katholisches Polen“. Warum in Anführungszeichen? Polen ist in Wirklichkeit nicht so katholisch, wie es sein möchte und auch dargestellt wird – dieses ist jedoch ein langes, schwieriges und ganz anderes Thema.

Zoo und Afrykarium, also ein Besuch in Breslau

Wegen seiner Popularität drängen sich im Sommer im ältesten Zoo in Polen Menschenmassen und es ist wirklich einen Besuch wert.

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Für 40 Zloty, also umgerechnet 10 Euro, kann man einen ganzen Tag nah an der Natur erleben. Soviel kostet nämlich ein Tagesticket für Erwachsene für den Breslauer Zoo, Afrykarium miteinbegriffen. Kinder bezahlen natürlich weniger – 30 Zloty.

Andere Preisangebote findet Ihr auf der Zoo-Seite: www.zoo.wroclaw.pl, welche es leider aber nur auf Polnisch oder auf Englisch gibt.

Auf der Internetseite könnt Ihr auch gleich Tickets kaufen. Vor allem im Sommer lohnt es sich die Eintrittskarten online zu bestellen (man muss sie später aber noch ausdrucken!). Bei den Kassen und Ticketsautomaten kann man manchmal wirklich sehr lange in der Schlange stehen.

Der Breslauer Zoo, auf Polnisch Zoo Wrocław, feierte letztes Jahr den 150. Geburtstag und das Afrykarium, seine neuste Attraktion, kann man inzwischen schon seit 2 Jahren besichtigen. Es ist auch der älteste Zoo in Polen und eins der ältesten in Europa.

Im Zoo verliert man leicht das Zeitgefühl

Wenn Ihr einen Zoobesuch in Wrocław plant, müsst Ihr auch wirklich einen ganzen Tag einplanen. Die Umgebung ist auf 33 Hektar verteilt (bequeme Schuhe also ein MUSS!) und vor allem im Afrykarium (Ozeanarium) gibt es so viel zu sehen, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.

Glücklicherweise sind auf dem ganzen Zoogebiet Restaurants und kleine Imbissbuden verteilt, wo man nicht nur gut essen, sonder auch einen leckeren Kaffee trinken kann.

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Wie kommt man zum Breslauer Zoo?

– mit dem Auto

Adresse: Zoo Wrocław, ul. Wróblewskiego 1-5, 51-618 Wrocław

GPS-Koordinaten: 51° 06’20.34″N     17° 04’34.39″E

Auf der Kopernika-Straße gibt es Parkmöglichkeiten für PKWs und Busse, zum Zooeingang ist es nicht mehr weit. Ein Bus kann auch neben dem Haupteingang für 15 Minuten stehen bleiben, damit die Passagiere austeigen können.

– mit dem Bus:

Busnummer: 115, 145 und 146. Haltestelle: Hala Stulecia.

– mit der S-Bahn

S-Bahn mit den Nummern: 1, 2, 4 und 10. Haltestelle: ZOO.

Da Bilder manchmal mehr als Worte sagen, eine kleine Fotogalerie aus dem Zoo in Breslau:

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Der Weg zum Afrykarium

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SeaWorld in Breslau von Innen

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Afrykarium vor allem für Kinder spannend

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Beim Wasserfall im Afrykarium unbedingt Regenbogen suchen

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Auge in Auge mit einem Hai

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Ein junger Lynx

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Breslauer Zoo – eine Umgebung zum Entspannen

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Elefanten und Giraffen sind natürlich auch mit dabei

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Das älteste Gebäude im Breslauer Zoo. Erbaut im Jahr 1864. Damals war es das Zuhause der Bären, jetzt kann man raufklettern und das Zoo von Oben besichtigen.

Und zum Schluss ein wenig historische Fotos:

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September 1944 – der letzte ruhige Sommer im Breslauer Zoo.

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Auf dem Foto unten: Der Plan des Zoo Breslau von 1880!

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Unten links: Der letzte deutsche Plan des Zoos aus dem Jahr 1943!

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Wer braucht noch Bücher?

Polen lesen keine Bücher – laut Statistiken zumindest. Nichtlesenden Menschen sind jedoch schwer zu finden. Oder kennt Ihr viele?

4,7 Millionen Polen haben im Jahr 2015 keinen längeren Text gelesen – kann man im Rapport der polnischen Nationalbibliothek lesen. Für ein Land, dass nicht mal 40 Millionen Einwohner hat, eine enorme Zahl. Und es kommt noch besser. Nur 37 Prozent haben gerade mal ein einziges Buch im letzen Jahr  in der Hand gehabt. Erschreckend… Wenn man’s glaubt…

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Glaubt Ihr an Statistiken? Ich nicht

Statistiken verzerren die Realität und sagen nichts über das wahre Leben aus. Oder was soll Eurer Meinung der Satz: „Eine Frau im gebärfähigen Alter brachte im Jahr 2014 statistisch gesehen 1,47 Kinder auf die Welt“ bedeuten? Habt Ihr schon etwas von einem 1,47-Kind gehört? Menschen haben kein Kind, ein, zwei oder auch zehn Kinder, aber doch kein 1,47- Kind.

Bei der Ausrechnung der Geburtenzahl ist es noch leicht, es gibt entsprechende Register. Bei der Zahl der lesenden Menschen ist es schwieriger. 40 Millionen Menschen wurden eher nicht persönlich befragt…

Polen und ihre Bücher

Es stimmt bestimmt, dass der traditioneller Büchermarkt in Polen sinkt, dass es immer weniger Verleger gibt und immer weniger Bücher gekauft werden. Ich zweifle nicht daran. Das Passiert mit „traditionellen“ Medien genauso und zwar auf der ganzen Welt.

Kleine Zeitungen oder Magazine werden geschlossen oder von den „Großen“ gekauft. Die Lesenden stürzen sich lieber aufs Internet, anstatt auf den Kiosk nebenbei. Im digitalem Zeitalter ganz normal.

Polen hat aber nicht aufgehört zu lesen! Zum Beispiel schreibt der E-Book-Markt „schwarze Zahlen“. Audiobooks werden auch immer mehr populär und in Bibliotheken, die wirklich die neusten und die am meisten begehrten Bücher pünktlich ausleihen, drängen sich die Menschen. Bücherliebende sehe ich überall: in Büchereien, Supermarkts, Büchermessen und nicht nur im meinen Bekanntenkreis.

Und ich? Ich kaufe auch immer weniger Bücher und verschlechtere die Statistiken. Ich kaufe mir  nur die wirklich Begehrten, ansonsten lohnt es sich nicht wirklich. Papierbücher kosten immer mehr und der Platz auf dem Regal wird auch nicht größer.

Aber ich bin immer noch eine Leseratte. Ich bin Mitglied bei 3 Bibliotheken, habe einen E-Book-Reader mit vielen Publikationen, Bekannte mit großen Hausbibliotheken und seit einigen Jahren habe ich auch „JA“ zu Audiobooks gesagt, obwohl ich es nie für möglich gehalten habe, dass ich mal Gefallen daran finde Bücher zu hören und sie nicht nur zu lesen.

Mit Statistiken macht man Geld

Statistiken sind manchmal sehr Interessant, aber sie dienen nicht (nur) dem purem Wissen. Dank entsprechenden Statistiken können z.B. Institutionen Fördergelder beantragen, um Ihr „Problem“ zu lösen. Ohne Probleme – keine Gelder.

Und noch ein Tipp für polnisch Sprechende, das Portal www.lubimyczytac.pl ist das polnische Äquivalent der englischsprachiger Seite www.goodreads.com

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Virtuelle Besichtigung der Stadtbibliothek in Opole – Link klicken

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