Polen: Langes Mai-Wochenende mit Schnee?

Endlich ist es so weit, das lange Mai-Wochenende steht an!  Für die Meisten der offizielle Frühlings- und Grillsaisonbeginn, nur das Wetter spielt nicht mit…

 Sommerreifen montiert, Fahrräder für die Saison fertig gemacht, Grills stehen geputzt und schwere Winterkleidung wurde endlich in die schwärzeste Ecke des Schanks verstaut – das lange Mai-Wochenende fängt endlich an. Alle warten nur auf den Freitagnachmittag, dann geht es los!

Dieser Jahr ist der Kalender aber auch wirklich gnädig mit uns gewesen. Wer es gut eingeplant hat, kann dieses Mai-Wochenende über eine Wochenlang genießen und auskosten!

Traumhaft!? Klar, wenn das Wetter nicht seit Tagen verrücktspielen würde. Die Vorfreude wurde vom heutigen Schneefall bestimmt ein bisschen gestoppt. Opole war mal wieder total weiß! Ohne Vorwarnung! Sieht es euch am besten selbst an.

Winterbedinungen am 28. April 2017

 

 

Und es sah schon so gut dieses Jahr an! Am 1. April konnte man im T-Shirt Fahrradfahren!

Und wie sehen die Wettervoraussetzungen für die kommenden Tage aus?

Sie ändern sich jeden Tag :) Aber es scheint besser zu werden! Die Hoffnung stirbt immer zuletzt!

Einkaufen: am Sonntag ab nach Polen

Sonntag gleich Ruhetag? Nicht in Polen. Einkaufen ist angesagt.

Opole. Sonntag. 10.00 Uhr. Vor Karolinka, also dem größten Einkaufszentrum in der Stadt, tummeln sich Menschen herum. Bei Regen und Sonne, bei Schnee und Minusgraden – das Wetter spielt keine Rolle. Grund: Einkaufsbummel. Na klar.

Ja, ja… Wer noch nicht in Polen gewesen ist und sich an die deutsche Realität gewöhnt hat, wird es vielleicht im ersten Augenblick gar nicht glauben, aber es ist wahr.

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7 Tage die Woche, von Montag bis Sonntag, sind in Polen die Geschäfte geöffnet.

Klar, nicht alle und auch nicht so lange, wie an Werktagen oder an einem Samstag, aber an Sonntagen geöffnet haben fast alle.

Vergessen Lebensmittel einzukaufen? Ab nach Lidl oder Biedronka. Neue Hose gebraucht? H&M oder Zara lassen grüßen.

Geldausgeben kann man aber nicht nur bei den „Größen“. Die meisten Tante-Emma-Laden haben auch auf. Die Konkurrenz schläft doch nicht.

Ok, ich gebe es zu. Ich habe auch schon (aus Zeitmangen in der Woche) den einen oder anderen Sonntag beim Einkaufen verbracht. Ich hasse es trotzen. Sonntage sind zum Entspannen da, nicht um bei Lidl an der Kasse zu warten oder neue Schuhe zu suchen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Einkaufen. Welche Frau tut es nicht gerne? :) Ich finde aber die Sonntage sind zum Relaxen da. Es ist viel angenehmer den Tag im Freien zu verbringen. Kraft bei Sport zu tanken ober gemütlich auf der Couch zu sitzen und einen interessanten Krimi zu lesen. Oder was findet Ihr, liebe Freunde aus Deutschland? Was haltet ihr von Einkaufen am Sonntag?

Vielleicht ist mein Text bald veraltet. Seit Jahren versuchen verschiedene Regierungen einen Handelsverbot am Sonntag in Polen zu erstellen. Bis heute hat es nicht geklappt. Aber wer weiß, wie es in ein paar Monaten aussieht. Die Welt verändert sich schnell.

Ob ich für einen Handelsverbot am Sonntag bin? Eigentlich nicht. Wir leben in einer freien Gesellschaft. Wird uns zumindest immer erzählt. Jeder sollte für sich entscheiden können, wie er seinen Sonntag verbringen will. Geöffnete Einkaufzentren schaden doch keinen. Die Regierung muss doch nicht in alle Lebenslagen eingreifen. In den USA, also dem Muster eines freien Landes, kaufen die Menschen an jedem Tag der Woche ein und keiner zerbricht sich darüber seinen Kopf.

Arme Verkäufer – werden jetzt manche sagen

Stimmt. Es ist bestimmt nicht leicht, wenn man an einen Sonntag zur Arbeit gehen muss, wenn andere einen entspannten Tag verbringen. Arbeit am Sonntag betrifft aber nicht nur die Handelsbranche. Viele Produktionsfirmen machen am Sonntag nicht zu. Ins Restaurant gehen oder Tanken wollt ihr bestimmt am Sonntag auch? Krankenschwestern und Ärzte dabei nicht vergessen! Die arbeiten sowieso Tag und Nacht! Da sieht die Handelsbranche im Vergleich gleich nicht so schlecht aus.

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Im Handel – in Polen zumindest – arbeiten auch öfters (oder sogar am meisten?) Studenten, welche sich auch Ihren Unterhalt verdienen wollen. Und sie freuen sich, dass sie einen Tag extra zum Geldverdienen haben. Habe ich auch.

Haben die Geschäfte in Polen nie zu?

Doch! An Feiertagen, wie z.B. an Ostern, dem 1. Mai oder an den Weihnachtstagen kann man in Polen auch nicht Einkaufen gehen. Laut Gesetz ist die Arbeit in allen Handelsbetrieben an diesen Tagen verboten, was nur nicht auf Apotheken und Tankstellen zu trifft.

Handel an Feiertagen in Polen ganz verboten? Nichts ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Handelsverbot hat auch seine Ausnahmen. An der Kasse können u.a. Eigentümer von Einzelunternehmen, Personen mit Zivilvertrag oder Franchisenehmer stehen. Eine neue House kann also schwer zu finden sein, aber eine Cola kaufen kann man bestimmt.

Upgrade!

Stau am Palmsonntag vor Karolinka. Wie man sehen kann, war am letzten Sonntag vor Ostern die Einfahrt in das „berühmte“ Einkaufszentrum in Opole total voll. Warten war angesagt.

Eine Polin: Wir sind keine Faschisten!

In Deutschland wird Polen als faschistisch dargestellt – diesen Satz bekomme ich in der letzten Zeit öfters zu hören. Mit der Realität hat es aber wenig zu tun.

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Trump, Putin, Kaczyński – das Profil des Jahres 2017. Diese Zeiten muss man einfach abwarten. (Foto: Titelseite des polnischen Wochenmagazins „Tygodnik Powszechny“.

Politik – dieses Thema wollte ich eigentlich auf meinem Blog vermeiden.  Politik bedeutet letztendlich Streit. Anhänger der linken, wie auch auch der rechten Seite – man kann die einen nicht von den anderen überzeugen. Alle denken, dass sie Recht haben, dass ausgerechnet gerade sie das „geheime Wissen“ erworben haben und die anderen im Dunkeln tappen und an Lügen glauben.

Dabei  vergessen wir häufig, dass Politiker zu sein keine Berufung ist, sonder eine ganz normale Arbeit. Auch, wenn Politiker einen enormen Einfluss auf unser Leben haben, sind Politiker oder Politikerinnen keine Wohltäter, die um den Weltfrieden kämpfen, sonder Arbeitnehmer, die halt nicht vom Vorstand, sondern vom Volk gewählt werden. Und wenn man es sehr vereinfacht, worum geht’s in der Arbeitswelt? Natürlich ums Geld. Ich bin mir sicher, dass wir „Normalos“ nur einen Teil der Wahrheit erfahren. Korporationen, wie Google oder Amazon, teilen ihre Geheimnisse nicht mit der ganzen Welt. Wieso sollten das dann ausgerechnet Politiker tun?

Für die, die es noch nicht wissen (vielleicht gibt es solche Glückspilze, die wirklich nichts von Politik mitbekommen), seit dem Jahr 2016 ist in Polen die PiS-Partei an der Macht („an der Macht sein“ – der Ausdruck hat auch etwas an sich, oder?). PiS, also Prawo i Sprawiedliwość, deutsch: Recht und Gerechtigkeit, geführt von Jarosław Kaczyński, ist eine nationalkonservative Partei, die öfters im Widerspruch zur Europäischen Union steht. Richtig oder falsch? – damit befassen wir uns aber lieber nicht.

Und seit diesem Moment bekomme ist häufig zu hören, dass Polen nicht mehr als ein tolerantes und stabiles Land dargestellt wird, dass ohne größere Probleme durch die Weltwirtschaftskrise durchgegangen ist, sondern als gefährlich und faschistisch.

Leider kann ich den Inhalt von offiziellen Medienbeiträgen nicht mitgestalten. Skandale – und diese gibt’s überall auf der Welt – verkaufen sich besser, als gute Schlagzeilen. Schade darum, aber es ist halt so. Und es ist sehr einfach aus Ausnahmefällen ein richtig großes Problem zu machen. Glaubt ihr mir nicht?

Beispiel: In Krakau wurde am Montag einer 36-jährigen Berlinerin eine Handtasche gestohlen. Wenn man gut sucht (im Zeitalter der Internets auch ganz einfach), lassen sich da auch noch ein paar andere Beispiele aus vergangenen Jahren bestimmt finden. Und wie lautet dann die darauffolgende Schlagzeile am Dienstag? „In Polen werden Ausländer beklaut!.  Interessante Schlagzeile, oder? Aber keine Angst, der Berlinerin geht’s gut. Alles nur erfunden :)

Glaubt nicht alles, was es im Fernsehen gibt

Schaut Euch USA an. Dieses Land schreibt schon und wird in den nächsten Zeiten auch bestimmt immer wieder „interessante“ Schlagzeilen schreiben.  Der Unterschied zu Polen? In den USA wird nur der Präsident negativ dargestellt und nicht die Amerikaner. Dieser Präsident wurde aber auch gewählt…  Ein Land gestallten normale Menschen und nicht seine Politiker. Oder denkt Ihr jetzt, dass Amerikaner zu Faschisten und Rassisten wurden?!

Ich hoffe, dass solche Seiten wie meine, die das wahre Polen darstellen, dazu beitragen, dass Polen als das Land angesehen wird, welches es auch wirklich ist. Ein sicheres und wunderschönes Land mit netten, freundlichen, hilfsbereiten und toleranten Menschen.

Polen bereitet sich für den Allerheiligentag

Im Land herrscht Ausnahmezustand. Menschenmassen drängen sich bei Friedhöfen. Jeder möchte seinen verstorbenen Angehörigen eine Kerze anzünden und zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

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Am 1. November wird in Polen der katholische Feiertag Allerheiligen begangen. Schon Tage vorher herrscht auf polnischen Straßen Ausnahmezustand. In der Nähe von Friedhöfen stehen Menschen im Stau. Polizisten regeln den Verkehr. Chaos.

Allerheiligen ist ein wichtiger Tag im „katholischen Polen“. Es ist der Tag, an dem an die Toten gedacht wird und die Gräber besucht werden. Menschen pilgern quer durch Polen. Jung und alt. Von einem Friedhof zum nächsten.

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Auf die Gräber legen sie Blumen, Kerzen und Grablichter in allen Größen, Farben und Formen. So versichern sie den Verstorbenen, dass sie Ihn nicht vergessen haben. Man stellt auch Grablichter vor Denkmählern und den letzten Ruhestätten von Unbekannten, egal welchen Glaubens. An jeden, der einmal auf dieser Welt gelebt hat, wird an diesem Tag gedacht.

Magisch ist es dann am Abend. Wenn es dunkel ist, leuchtet der ganze Friedhof. Auch noch Tage Tage nach dem Allerheiligentag.

Zigeuner Gräber in Opole

Cimetière du Père Lachaise in Paris ist wahrscheinlich der bekannteste Friedhof auf der ganzen Welt. Wer einmal da war, kann es bestimmt verstehen – eine außergewöhnliche Begräbnisstelle. Polen hat dagegen den Powązki-Friedhof in Warschau, also die bekannteste Ruhestädte in Polen.

Jeder Friedhof ist aber etwas ganz besonderes. Hier ein paar Bilder des Friedhofs in Opole. Vor allem die Zigeuner Gräber sind ein wahres Kunstwerk.

Zigeuner Gräber in Opole

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P.S. „Katholisches Polen“. Warum in Anführungszeichen? Polen ist in Wirklichkeit nicht so katholisch, wie es sein möchte und auch dargestellt wird – dieses ist jedoch ein langes, schwieriges und ganz anderes Thema.

Im Herbst nach Polen. Wieso nicht?

Der goldene polnische Herbst hat dieses Jahr ein bisschen auf sich warten lassen, aber ist endlich da! In voller Blüte!

Den Herbst in Polen muss man einmal gesehen haben. Vor allem auf dem Land kann es magisch werden. Bunte Bäume, goldene Sonne… Zum verlieben! Wie in Kanada, nur viel näher.

Hier aber ein kleiner Tipp. In Polen kann es im Herbst auch sehr kalt werden. Minusgrade sind oftmals nicht nur eine Ausnahme. Wendejacken, Stiefel oder Boots, Mützen und Handschuhe sind ein Muss. Wenn es wärmer wird, vor allem wenn die Sonne schein, kann man sie später ausziehen, aber besser vorher gut vorbereitet sein. Eine Erkältung braucht keiner.

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Lust auf mehr? Ich hoffe! Vielleicht sehen wir uns noch im Herbst 2016 in Polen.

Und wie sieht der Herbst bei euch aus?

Ab jetzt fahre ich nie ohne Fahrradhelm!

Fahrradhelme sind in Polen keine Pflicht, aber trotzdem sieht man viele Menschen mit dieser Kopfbedeckung. Nach meinem zweiten Fahrradunfall in der Stadt fahr‘ ich auch nie wieder ohne.

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Keine Angst. Mir ist nichts passiert. Das zweite Mal bin ich mit einem Schrecken davon gekommen. Es sah aber ganz gefährlich aus. Ein Salto war auch mit dabei…

Wie ist es zum Unfall gekommen? Halt so, wie es zum jedem Unfall kommt. Ohne Vorwarnung.

Ich habe mich zur Arbeit beeilt. Ihr kennt es bestimmt: anfangs konnte ich mein Handy nicht finden, dann meinen Schlüssel… und die Zeit ran dabei wie verrückt. Ich war schon ein bisschen spät losgefahren und da treffe ich noch meinen Opa auf meinem Arbeitsweg, da kann man nicht einfach vorbeifahren. Wir stehen paar Minuten, reden und die Zeit läuft und läuft…

Pech, ich konnte jetzt nicht mehr meinen üblichen Weg nehmen, dank dem ich der Menschenmasse entfliehen und in aller Ruhe fahren kann. Ein toller Weg, leider ein Umweg. Ich entschloss mich also für die Fahrt durch die Stadt. Ist viel kürzer, aber nicht gerade bequem und ein Vergnügen. Glücklicherweise waren an diesem Tag, wegen vorbeiziehenden Regenschauern, wenige Leute unterwegs und ich konnte ohne weitere Probleme fahren. Das dachte ich zumindest.

Ich bin grad zur Stelle gekommen, wo mitten auf dem Weg ein breiter, großer Baum steht. Tja, der Baum  war früher da, man hat also um ihn herum links (oder auch rechts – kommt darauf an, wie man es sieht) gebaut. Ich bin schon neben dem Baum und auf einmal, aus dem Nichts, nur paar Zentimeter direkt gegenüber von mir kommt ein anderer Fahrradfahrer auf mich zu!

Es war zu spät für irgendein Ausweichmanöver… Ich hatte nur Zeit für eine einzige Reaktion: Bremsen!!! Es hat vielleicht den Aufschwung ein wenig vermindert, aber trotzdem sind wir frontal gegeneinander gefahren. Ich dachte: ich darf nur nicht umfallen! Beim Fallen verletzen wir uns nur gegenseitig!

Es hat mich die ganze Kraft gekostet, beim Zusammenstoß schlug mich das Fahrrad heftig gegen mein Bein – ich bekam momentan Tränen in die Augen und ein blauer Fleck war vorprogrammiert –  aber ich bin einigermaßen aufrecht geblieben. Ich sehe mich um und da sehe ich den anderen Fahrradfahrer genau im Moment, als er ein Vorwärtssalto macht. „Krankenwagen“ – war mein einziger Gedanke in diesem Augenblick.

Die Welt ist stehen geblieben…  Aber dann kam alles ganz anders, als es ausgesehen hat. Glücklicherweise fiel der Mann (um die 40, wenn Ihr mich fragt) aufs Feld nebenan und nicht auf das Pflaster. Er stand gleich lachend auf, versuchte sich seine Jacke sauber zu machen und sagte:  „Ich habe Sie nicht gesehen! Machen Sie sich keine Sorgen und fahren Sie einfach weiter. Mir ist nichts passiert“. Ich überzeugte mich noch selber, dass der Mann alleine gehen kann und dann bin ich weiter gefahren. Zur Arbeit kam ich an diesem Tag aber zu spät an…

Bis jetzt tut mir alles weh, aber nichts wirklich schlimmes ist passiert. Außer meiner Prellung, natürlich. Bei meinem letzten Fahrradunfall (zwei Jahre her oder so) sah ich viel „besser“ aus… Bin mit zerrissener Hose, zerschlagenen Knien und Ellbogen, blutend nach Hause gekommen… Das tat damals wirklich weh… Es kam damals zu einem sehr ähnlichen Geschehen, aber ich konnte mich nicht aufrecht halten.

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Denkt jetzt nicht, dass ich ein Raser auf den Straßen bin. Ich bin wirklich eine aufmerksame Radfahrerin, die auf andere Mitmenschen Acht gibt. Es waren halt Unfälle, ungewollte Ereignisse. Konnte jedem passieren…

Und genau deswegen, weil es jedem und zur jeder Zeit passieren kann, fahre ich ab jetzt überall mit meinem Fahrradhelm herum! Bis jetzt benutzte ich nur meinen Kopfschutz, wenn ich in den Bergen Rad gefahren bin, oder wenn ich einen längeren Ausflug gemacht habe. Aber das ändert sich seit JETZT! Unfälle passieren nicht nur bei „besonderen Gelegenheiten“, sondern im Tagesleben. Fahrradfahren in der Stadt ist genauso gefährlich oder gefährlicher, als in anderen Orten.

Fahrradhelme sind in Polen keine Pflicht, auch nicht für Kinder. Jeder kann für sich entscheiden. Ich bin keine Befürworterin vom Staat, der der Bevölkerung jede Lebenslage organisiert und bei jedem A&O Regeln und Pflichten aufstellt. Also müssen meiner Meinung nach Fahrradhelme keine von der Regierung aufgezwungene Pflicht sein, aber über das Thema reden sollte man unbedingt.

Jeder sollte für sich selber entscheiden, ob er einen Kopfschutz benutzen will oder nicht. Aber damit es eine bewusste und durchgedachte Entscheidung werden kann, braucht jeder Mensch eine PRO- und KONTRALISTE.

Und was denkt Ihr darüber? Sollte Eurer Meinung dieses Thema vom Staat geregelt werden? Oder sollte jeder für sich selbst entscheiden können? Und was ist mit euch? Fährt Ihr eigentlich mit oder ohne Fahrradhelm?

Wer braucht noch Bücher?

Polen lesen keine Bücher – laut Statistiken zumindest. Nichtlesenden Menschen sind jedoch schwer zu finden. Oder kennt Ihr viele?

4,7 Millionen Polen haben im Jahr 2015 keinen längeren Text gelesen – kann man im Rapport der polnischen Nationalbibliothek lesen. Für ein Land, dass nicht mal 40 Millionen Einwohner hat, eine enorme Zahl. Und es kommt noch besser. Nur 37 Prozent haben gerade mal ein einziges Buch im letzen Jahr  in der Hand gehabt. Erschreckend… Wenn man’s glaubt…

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Glaubt Ihr an Statistiken? Ich nicht

Statistiken verzerren die Realität und sagen nichts über das wahre Leben aus. Oder was soll Eurer Meinung der Satz: „Eine Frau im gebärfähigen Alter brachte im Jahr 2014 statistisch gesehen 1,47 Kinder auf die Welt“ bedeuten? Habt Ihr schon etwas von einem 1,47-Kind gehört? Menschen haben kein Kind, ein, zwei oder auch zehn Kinder, aber doch kein 1,47- Kind.

Bei der Ausrechnung der Geburtenzahl ist es noch leicht, es gibt entsprechende Register. Bei der Zahl der lesenden Menschen ist es schwieriger. 40 Millionen Menschen wurden eher nicht persönlich befragt…

Polen und ihre Bücher

Es stimmt bestimmt, dass der traditioneller Büchermarkt in Polen sinkt, dass es immer weniger Verleger gibt und immer weniger Bücher gekauft werden. Ich zweifle nicht daran. Das Passiert mit „traditionellen“ Medien genauso und zwar auf der ganzen Welt.

Kleine Zeitungen oder Magazine werden geschlossen oder von den „Großen“ gekauft. Die Lesenden stürzen sich lieber aufs Internet, anstatt auf den Kiosk nebenbei. Im digitalem Zeitalter ganz normal.

Polen hat aber nicht aufgehört zu lesen! Zum Beispiel schreibt der E-Book-Markt „schwarze Zahlen“. Audiobooks werden auch immer mehr populär und in Bibliotheken, die wirklich die neusten und die am meisten begehrten Bücher pünktlich ausleihen, drängen sich die Menschen. Bücherliebende sehe ich überall: in Büchereien, Supermarkts, Büchermessen und nicht nur im meinen Bekanntenkreis.

Und ich? Ich kaufe auch immer weniger Bücher und verschlechtere die Statistiken. Ich kaufe mir  nur die wirklich Begehrten, ansonsten lohnt es sich nicht wirklich. Papierbücher kosten immer mehr und der Platz auf dem Regal wird auch nicht größer.

Aber ich bin immer noch eine Leseratte. Ich bin Mitglied bei 3 Bibliotheken, habe einen E-Book-Reader mit vielen Publikationen, Bekannte mit großen Hausbibliotheken und seit einigen Jahren habe ich auch „JA“ zu Audiobooks gesagt, obwohl ich es nie für möglich gehalten habe, dass ich mal Gefallen daran finde Bücher zu hören und sie nicht nur zu lesen.

Mit Statistiken macht man Geld

Statistiken sind manchmal sehr Interessant, aber sie dienen nicht (nur) dem purem Wissen. Dank entsprechenden Statistiken können z.B. Institutionen Fördergelder beantragen, um Ihr „Problem“ zu lösen. Ohne Probleme – keine Gelder.

Und noch ein Tipp für polnisch Sprechende, das Portal www.lubimyczytac.pl ist das polnische Äquivalent der englischsprachiger Seite www.goodreads.com

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Virtuelle Besichtigung der Stadtbibliothek in Opole – Link klicken

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Wie sicher ist Radfahren in Polen?

Am 22. September wird in Europa der Autofreier Tag begangen. Als begeisterte Radfahrerin befürworte ich jede Initiative, die den Menschen das Radfahren näherbring. Die Radkultur in Polen hat aber ihre Tücken.

Für einen Tag im Jahr aufs Auto zu verzichten ist nicht so schwer. Den Wagen einfach mal in der Garage oder auf dem Parkplatz stehen lassen. So geht’s. Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt steigen vom Auto aufs Fahrrad um. In Polen sieht es nicht anders aus.

Fahrradfahrern gewinnt an Popularität. Kein Wunder. Es ist gesünder, billiger und in der Stadt spart man nicht nur Zeit, man schont darüber hinaus seine Nerven, indem man neben im Stau stehenden Autos ohne Probleme vorbei fährt und nicht selber in einer kilometerlangen Schlange stehen bleibt.

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Radfahrer müssen aber besonders auf seine Sicherheit achten. Sie haben keine Airbags und auch sonst keine Supererfindungen, die ihrem Schutz dienen sollen. Ganz einfaches Prinzip: ein Rad, eine Person und nur manchmal ein Fahrradhelm. Es kann gefährlich werden.

Für Fahrradfahrer – Fahrradwege

In Polen gibt es immer mehr Radwege und Radwanderwege. In den letzten Jahren wurde sehr viel Wert darauf gelegt und man investiert sehr viel in eine entsprechende Infrastruktur. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, also gilt ansonsten: Straßen benutzen.

Liebe Deutsche, aufgepasst! Es herrschen auf den Straßen in Polen ganz andere Sitten, als in Deutschland. Wenn ihr mal in Polen gewesen seid, habt ihr das bestimmt schon gemerkt. Für alle die noch nicht bei uns waren: Achtung ist angesagt! In den polnischen Städten fährt man oftmals schneller, als die vorgeschriebenen 50 Km/h. Außerhalb von Ortschaften sieht es auch nicht besser aus. Das Fahrverhalten ändert sich auch allmählich, aber auch das braucht Zeit. Ihr musst aber keine Angst haben, Vorsicht ist nur angesagt.

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Wenn also keine Fahrradwege zu Verfügung stehen, kann man auch Gehwege nutzen. Das Fahren auf Gehsteigen ist zwar nicht ganz legal (eigentlich nur erlaub bei eingeschränkter Sicht), aber Strafzettel gibt es dafür eigentlich auch nicht. Zumindest habe ich in Opole und Region nicht davon gehört. Hier nutzen auch Polizisten auf Fahrrädern Gehwege, kann ich bezeugen. Hier aber auch einen kühlen Kopf bewahren, auf Fußgänger Acht geben und sich nicht mit 30 Kilometer pro Stunde fortbewegen.

Wenn man auf die andere Straßenseite gelangen will, sollte man einen Fußgängerüberweg benutzen. Wenn die Zebrastreifen nicht mit einer Markierung für Fahrradfahrer gekennzeichnet sind und neben den Zebrasteifen keine gestrichelte weiße Linie aufgemalt ist, kann man nicht mit dem Fahrrad auf die andere Seite fahren, sondern man muss es über die Straße schieben. Fahrradfahrer, sowie Fußgänger haben auch nicht immer Vorfahrt. Achtung ist auch hier angesagt. Autofahrer, vor allem ältere Manschen, kennen oftmals den neusten Stand der Vorschriften nicht und sind über Radfahrer, die über Zebrastreifen auf die andere Seite fahren überrascht.

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Ansonsten gilt:

* Fahrradhelm ist für Erwachsene ist keine Pflicht (über Kinder und ihre Vorschriften auf dem Fahrrad ein anderes Mal),

* wenn es dunkel ist Beleuchtung nicht vergessen,

* außerhalb von bebauten Gebieten muss man reflektierende Artikel tragen (nicht präzisiert, wie man sie tragen soll, welchen Artikel man benutzen sollte und wo man ihn haben muss),

* das Null-Toleranz-Prinzip für Alkohol geht auch die Fahrradfahrer.

Viel Spaß beim Fahrradfahrern! Dieses Thema gibt’s bei mir bestimmt öfters:)

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Polnische Züge? Nichts wert!

Die Bahn in Polen verspätet sich immer, Züge sind alt und gebraucht und die Fahrt dauert sowieso stundenlang. Auch daran geglaubt? Nichts da! Überzeuge dich selbst.

Dachtest Du, dass die Züge in Polen so aussehen?

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Oder vielleicht so?

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Ach… Du hast eher an an solche Dampflokomotiven gedacht?

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Nichts da! Die polnische Bahn sieht ganz anders aus

Vom Breslau nach Warschau in etwas über 3 Stunden? Oder von Danzig zur polnischen Hauptstadt in knapp 2,5 Stunden? Kein Problem! Mit dem Zug reist es sich angenehm und sorglos durch Polen. Entscheide Dich aber für den InterCity Express (EIP). Die Premiumzüge sind modern, sauber und mit etwa 200 Kilometer pro Stunde ist jede Fahrt ein Vergnügen. Gratis Getränke im Preis inbegriffen.

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Und wie viel kostet dieses Vergnügen? Für Premiumqualität muss man mehr bezahlen. Von Breslau nach Warschau würde ich morgen für 150 PLN, also ca. 35 Euro hinkommen. Wenn man seine Reise früher plant, geht es auch billiger. Bei diesen Zugverbindungen gelten genau solche Regeln, wie bei der Flugbuchung. Um schneller man ein Ticket kauft, um so billiger wird es. Für Tickets für den 13. Oktober würde ich heute nur noch 59 PLN, also knapp 14 Euro.

Aber nicht nur EIP-Züge gibt‘s in Polen zur Auswahl. Normale Schnellzüge gibt‘s auch und sie Kosten nur um die Hälfte. Sie sind auch modern und sauber, die Fahrt dauert halt ein bisschen länger.

Zugverbindungen in Polen sind auch nicht so schlecht

Teilweise fahren Schnellzüge in stündlichen oder noch kleineren Abständen. Auf Pünktlichkeit wird auch einen großen Wert gelegt. Hier gilt aber auch das europäische Prinzip: Schnellzüge verbinden größere Städte, ansonsten gibt es den Regionalverkehr. Dieser ist in Polen aber auch sehr gut ausgebaut.

Na, ok. Vielleicht sehen manche – aber immer weniger, um‘ klar zu stellen – Regionalzüge nicht so modern und sauber aus und die Pünktlichkeit lässt hier und da auch ein wenig zu bieten, aber seien wir mal nicht so kleinhaberisch. Die Preise sind hier ein wahres Schnäppchen. Breslau – Oppeln für gerade mal 18,60 PLN. Das sind nicht mal 5 Euro.

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Im Ganzen sieht es also wirklich nicht so schlecht aus, oder was haltet Ihr davon?
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Ab nach Wroclaw – meint zumindest die Vogue

Wroclaw, Wrocław, Breslau oder WrocLove… Egal, wie man‘s nimmt. Die Kulturhauptstadt 2016 muss man unbedingt erleben.

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Why You Should Visit Wroclaw—The Polish City You’ve Never Heard Of (And Probably Can’t Pronounce) – lautet der Artikel, der in der Vogue erschienen ist. Interessanter, englischsprachiger Text über die historische Universitätsstadt, die im Süden von Polen liegt. Karen Burshtein, die Verfasserin dieses Textes, beschreib Ihren Wochenendtrip zum „cool cousin of Krakow“.

Viel Spaß beim Lesen: http://www.vogue.com/13471184/wroclaw-poland-travel-guide-under-the-radar/

Die US-amerikanische Bestsellerautorin Tess Gerritsen war ja auch dieses Jahr schon da, und Ihr? Keine Ausreden! Jetzt wird’s mal an der Zeit und es ist wirklich nicht weit.

Tess Gerritsen, die Autorin der Rizzoli-&-Isles-Thriller
Tess Gerritsen, die Autorin der Rizzoli-&-Isles-Thriller

Der Kulturzug von Berlin nach Wroclaw fährt bis Januar 2017 verlängert und Züge haben auch Konkurrenz, z.B. mit dem Flixbus von Dresden nach Breslau geht’s neuerdings auch. Von der A4-Autobahn muss ja bestimmt nicht schreiben.

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P.S. Wenn Ihr schon in Breslau seid, kommt mal rüber nach Oppeln, meiner Heimatstadt! Hier ein Insidertipp: Opole ist der kleine, aber feiner Cousin von Wrocław und Kraków:)